Das Medientagebuch

Besonders Jugendlichen fällt es manchmal schwer, ihr alltägliches Nutzungsverhalten unter Kontrolle zu halten. Also z.B. nur so lange zu chatten oder zu spielen, wie sie es mit anderen vereinbart oder beabsichtigt haben. Schnell kann so Zeit verloren gehen, die eigentlich für andere wichtige Dinge (Freunde treffen, Hausaufgaben) vorgesehen war. Das Medientagebuch soll Jugendliche zum Nachdenken über ihren Gebrauch von digitalen Medien anregen und dabei unterstützen, das Nutzungsverhalten in geregelte Bahnen zu lenken. Auch Jugendlichen, die bereits die Kontrolle über ihr Nutzungsverhalten verloren haben, kann das Medientagebuch bei der Rückkehr zu einem geregelten Umgang mit Games und Social Media unterstützen.

Download Medientagebuch

Mit Hilfe eines Medientagebuchs bekommt man einen guten Überblick über die verbrachte Zeit mit digitalen Medien. In einem Tagebuch kann man für jeden Tag Angaben darüber festhalten,

  • was man genau am Smartphone, dem Computer oder der Konsole tut (z.B. Nachrichten schreiben, spielen, Videos ansehen, telefonieren, surfen, mailen, archivieren, ordnen, downloaden etc.)
  • von wann bis wann man an jedem Tag genau das Smartphone und Co. nutzt.

Außerdem kann es hilfreich sein, in dem

  • Tagebuch zu notieren, welchen anderen Dingen, neben dem Gebrauch von Smartphone und Co., man sonst noch nachgeht und wie er/sie sich beim Nachgehen dieser Aktivitäten gefühlt hat.

Oftmals wird den Betroffenen durch das Führen eines Medientagebuchs viel klarer, wie viel Zeit genau für welche Tätigkeiten im Internet verbraucht wird und welchem Zweck bestimmte Aktivitäten dienen (z.B.: Ablenkung, Entspannung, etc.). Häufig werden Nutzungszeiten nämlich unterschätzt. Das bestätigen uns Jugendliche die das Tagebuch ausprobieren immer wieder.

Das ausgefüllte Medientagebuch enthält außerdem häufig wichtige Hinweise darüber, in welchen Situationen Games und Social Media für die betroffene Person eine wichtige Rolle spielen und warum das so ist.

Hat man das Medientagebuch nun zwei Wochen lang ausgefüllt, kann man nun in einem weiteren Schritt jede einzelne der eingetragenen Aktivitäten nach ihrem Risiko einschätzen. Dabei geht man am besten nach dem so genannten „Ampelmodell“ vor und teilt die Aktivitäten in drei Bereiche einteilen:

der grüne Bereich

Dieser bezieht sich auf den unbedenklichen Gebrauch von Smartphone und Co. (z.B. Nutzung für Schule oder Ausbildung, E-Mail-Verkehr oder Informationssuche mit klar definiertem Ziel).

der gelbe Bereich

Dieser Bereich definiert Aktivitäten, bei denen Vorsicht geboten ist, da sie in der Vergangenheit Probleme mit sich gebracht haben (z.B. Online-Aktivitäten alleine zu Hause, länger als eine Stunde, die die betroffene Person aber auch jederzeit beenden kann).

der rote Bereich

Dieser Bereich umfasst Aktivitäten, die für den/ die betroffene(n) Jugendliche(n) so gefährlich sind, dass er/sie besser völlig auf diese verzichten sollte (z.B. Online-Rollenspiele oder bestimmte andere Computerspiele, spezielle Social-Media-Aktivitäten, sinnloses Surfen etc.).

Jetzt kann man beginnen, sein Nutzungsverhalten aktiv zu kontrollieren. Pro Tag sollte ein genau festgelegtes Zeitkontingent (z.B. maximal 1-2 Stunden nachdem die Hausaufgaben erledigt worden sind) mit genau definierten Aufgaben erlaubt sein. In dieser Zeit sollte das Notwendige untergebracht sein (der grüne Bereich). Auch etwas Zeit nur zum Spaß (gelber Bereich) kann durchaus erlaubt sein. Die Aktivitäten sollten jedoch klar definierte zeitliche Grenzen haben. Die Aktivitäten aus dem roten Bereich sollten in dem Plan natürlich gar keinen Raum mehr haben.