Welche Therapieformen gibt es?

Was passiert denn nun genau in einer Therapie?

Eine Therapie verfolgt das Ziel, die Betroffenen dabei zu unterstützen, den problematischen Game-, Streaming- oder Social-Media-Gebrauch beenden zu können und ihre Lebensqualität zu verbessern. Gleichzeitig können Hintergründe für die Entstehung der Problematik erkennbar gemacht und eventuell auch verändert werden. Für eine Therapie dieses Problems sind Psychotherapeut:innen und Kliniken zu empfehlen, die sich mit der Behandlung von pathologischem Gaming/pathologischer Social-Media- oder Streaming-Nutzung auskennen. Bei der Anmeldung zu einer Therapie sollte deshalb gefragt werden, wie viele Erfahrungen mit der Behandlung von pathologischem Internetgebrauch vorliegen und ob es in der Einrichtung ein spezielles Behandlungskonzept gibt. Und noch etwas ist wichtig: Jede Form von professioneller Beratung und Therapie ist vertraulich! Private Dinge, die in einer Beratung oder Therapie zur Sprache kommen, werden also in jedem Fall mit Sorgfalt behandelt und dürfen nicht weitererzählt werden. Eine Therapie kann ambulant, teilstationär oder stationär erfolgen.

Die ambulante Therapie

Eine ambulante Therapie hat den Vorteil, dass die Betroffenen in ihrem Wohnumfeld bleiben können und Veränderungen direkt im realen Umfeld erproben können. Eine ambulante Therapie findet in aller Regel einmal in der Woche in einem Zeitumfang von jeweils einer Stunde statt, kann also nach dem Schultag oder der Ausbildung durchgeführt werden. Eine Änderung des Verhaltens ist jedoch dadurch gleichzeitig erschwert, da eine ununterbrochene Konfrontation mit den Schwierigkeiten des Alltags, die vielleicht zum Problem gehören, gegeben ist. Dazu gehört auch ein leichterer Zugang zu Internet, Smartphone, Computer und Konsole. Selbst wenn beispielsweise der Computer zu Hause entfernt wurde, ist die Nutzung über das Smartphone oder bei Freund:innen natürlich möglich. Darüber hinaus ist man mit bekannten Problemen – wie Konflikten mit den Eltern – konfrontiert. Dazu können noch Probleme auftreten, die vielleicht bisher nicht so deutlich im Vordergrund waren, weil die Tätigkeiten im Internet bzw. am Computer/an der Konsole geholfen haben, sie zu verdrängen – wie Gefühle von Einsamkeit, Wut, Minderwertigkeit, Ängste anderen Menschen gegenüber, Zukunftsängste etc.

Wann wird eine ambulante Therapie empfohlen:

  • wenn ein unterstützendes Umfeld existiert
  • es noch nicht zu schwerwiegenden Folgen (wie beispielsweise einem dauerhaften Fehlen in der Schule oder zusätzlichen psychischen Problemen) gekommen ist
  • das Problem nicht schon viele Jahre besteht
  • erste Schritte zur Problemlösung (z.B. Account-Abmeldung beim Computer-Spiel, das am meisten Zeit beansprucht) schon selbstständig erfolgt sind
  • Wenn Du es also schaffst, Deinen Alltag trotz Deines intensiven Internet-/ Smartphone-/ Computer-/ Konsolengebrauchs noch erfolgreich zu meistern, aber Du Dir professionelle Unterstützung wünschst, dann würde viel für eine ambulante Therapie sprechen.

Die teilstationäre Therapie

Eine teilstationäre Therapie ist, wie der Name bereits erkennen lässt, eine Mischung aus einer stationären und ambulanten Therapie und kann zum Beispiel eine Tagesklinik sein. In der Tagesklinik verbringst du dann den Tag von morgens bis nachmittags und kannst dann wieder nach Hause gehen. Eine teilstationäre Therapie gibt anders als die ambulante Therapie mehr Tagesstruktur vor, allerdings besteht keine Distanz zum Wohnumfeld.

Wann wird eine teilstationäre Therapie empfohlen:

  • Wenn ein unterstützendes Umfeld existiert, Du aber trotzdem mehr Unterstützung bei der Bewältigung Deines Alltags benötigst
  • Wenn einige schwerwiegende Folgen bereits eingetreten sind und Du diese nicht alleine bewältigen kannst (z.B. Fehlen in der Schule über mehrere Wochen)
  • Wenn eigene Versuch das Problem in den Griff zu bekommen, bis jetzt gescheitert sind

Die stationäre Therapie

Eine stationäre Therapie erfolgt in einer entsprechenden Fachklinik. Eine gewisse räumliche Distanz zum Wohnumfeld ist damit gegeben. Wenn es jemandem sehr schwerfällt, sein Problemverhalten zu unterbrechen, kann eine stationäre Therapie dabei helfen, das Verhalten zu verändern und wieder eine Tagesstruktur aufzubauen

Wann wird eine stationäre Therapie empfohlen:

  • Kein unterstützendes Wohnumfeld
  • Wenn mehrfache Versuche das Problemverhalten selbstständig in den Griff zu bekommen bis jetzt gescheitert sind
  • Wenn mehrere schwerwiegende Folgen bereits eingetreten sind und Du diese nicht alleine bewältigen kannst (z.B. Fehlen in der Schule über mehrere Wochen)
  • Wenn Deine Stimmung deutlich gedrückt ist und Du das Gefühl hast dies nicht mehr selber beeinflussen zu können

Informationen darüber, welche Beratungs- oder Therapieeinrichtungen es in deiner Nähe gibt, findest du hier, sowie über: