Medienregeln in der Familie

Laut einer repräsentativen Umfrage unter Eltern von zwölf bis siebzehn-jährigen Jugendlichen (DZSKJ/DAK/forsa, 2015), hat ein Großteil der Eltern in Deutschland nicht festgelegt...

  1. wie lange (51 %)
  2. auf welche Art und Weise (60 %)
  3. und an welchem Ort (71 %)

ihre Kinder das Internet nutzen dürfen.

32 % der Eltern haben außerdem keine Regeln zur inhaltlichen Nutzung des Internets formuliert. Weniger als die Hälfte der Eltern, die Regeln aufgestellt haben, setzt diese auch voll und ganz um! Eine Wiederholung dieser Befragung im Jahr 2019 zeigt, dass sich an diesem Regelverhalten unter Familien in Deutschland bisher nicht bedeutend viel verändert hat.

Je häufiger und intensiver junge Menschen Games und/oder Social Media nutzen, desto größer das Risiko, dass sie in eine Sucht geraten. Nicht nur die Dauer und Intensität der Nutzung, sondern auch gewisse Inhalte von Games und Social Media fördern das Suchtrisiko. Für Eltern ist es deshalb sehr wichtig klare Regeln festzulegen. Im Folgenden haben wir die aktuellen Empfehlungen vom Internationalen Zentralinstitut für Jugend- und Bildungsfernsehen sowie der Expertengruppe der Drogenbeauftragten der Bundesregierung (2017) aufgelistet.

Letztendlich entscheiden aber Sie, welche Regeln für Ihr Kind wichtig und sinnvoll sind. Sie kennen Ihr Kind am besten und Sie können somit auch am besten einschätzen, welche Regeln Ihr Kind braucht, um kein problematisches Nutzungsverhalten oder gar eine Sucht zu entwickeln. Generell ist es jedoch sinnvoll, sich mit anderen Eltern über Nutzungsregeln auszutauschen oder sich mit diesen abzustimmen.

Wenn Jugendliche dieselben Nutzungsregeln wie ihre Freunde/ Freundinnen oder Klassenkameraden-/kameradinnen haben, gibt es auch weniger Gründe darüber zu diskutieren oder zu verhandeln.

Empfehlungen vom Internationalen Zentralinstitut für Jugend- und Bildungsfernsehen zu den Nutzungszeiten von Kindern und Jugendlichen

Noch eine Anmerkung: Im besten Fall sollten Kinder nach Möglichkeit bis zum Schulbeginn nur analog und nicht mit Hilfe digitaler Medien lernen und spielen.


Quelle: Internationalen Zentralinstitut für Jugend- und Bildungsfernsehen (IZI)

Technische Voraussetzungen für Selbstbeschränkungen

  • Zeitliche Filter und Sperren
  • Beschränkungen beim finanziellen Einsatz (z.B. wöchentliche Kontingente, Obergrenzen, eingeschränkte Bezahlmodalitäten)
  • Exzessiver Nutzung durch Vermeidung suchtförderdernder Produktgestaltung (fehlende Pausen, glücksspielähnliche Belohnungen) und Werbebeschränkungen entgegenwirken

Quelle: Expertengruppe der Drogenbeauftragten der Bundesregierung (2017)